Die Entscheidung, dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ beizutreten, war für unsere Schule weit mehr als nur ein symbolischer Schritt. Als Lehrkräfte erleben wir jeden Tag, wie wichtig ein respektvolles und wertschätzendes Miteinander für das Lernen und Zusammenleben an unserer Schule ist. Deshalb war es uns besonders wichtig, gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern sowie dem gesamten Schulpersonal ein klares Zeichen gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung zu setzen.
Bevor wir als Schule am 12.05.2026 offiziell aufgenommen werden konnten, musste die gesamte Schulgemeinschaft über den Beitritt abstimmen. Eine große Mehrheit sprach sich dafür aus, die Werte und Leitlinien des Netzwerkes aktiv mitzutragen. Diese Zustimmung zeigt, dass das Thema nicht nur von einzelnen Personen getragen wird, sondern tief in unserer Schulgemeinschaft verankert ist.
Die Schülerinnen und Schüler berichteten im Rahmen des Projekts offen von eigenen Erfahrungen mit Ausgrenzung oder verletzenden Bemerkungen. Diese persönlichen Geschichten haben uns als Lehrkräfte sehr bewegt und noch einmal verdeutlicht, wie wichtig es ist, nicht wegzuschauen, sondern gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Schule soll ein Ort sein, an dem sich jeder Mensch sicher, akzeptiert und wertgeschätzt fühlen kann - unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion oder sexueller Orientierung.
Uns war dabei besonders wichtig, dass der Titel „Schule ohne Rassismus“ nicht einfach nur ein Schild an der Wand bleibt. Vielmehr verstehen wir ihn als dauerhafte Verpflichtung, im Schulalltag Haltung zu zeigen und immer wieder das Gespräch über Toleranz, Demokratie und Menschlichkeit zu suchen. Projekte, Aktionen und gemeinsame Diskussionen sollen zukünftig dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und das Verständnis füreinander zu stärken.
Das Leitmotiv „Seid doch einfach Menschen“ bringt die Botschaft unseres Projekts auf einfache, aber eindrucksvolle Weise auf den Punkt. Es erinnert uns daran, dass jeder Mensch Respekt verdient und dass Zusammenhalt nur funktioniert, wenn wir einander mit Offenheit und Mitgefühl begegnen. Unser Projekt wurde von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 geleitet, denen wir für die Denkanstöße, Diskussionen und Projektideen danken. Ebenfalls danken wir der SV des Antonianums, wo wir bereits im Februar zu Gast sein durften, um an verschiedenen Workshops teilzunehmen, die unsere Arbeit inhaltlich sehr bereichert haben. Die Verbundenheit mit der Stadt kennzeichnet sich außerdem noch darin, unseren Bürgermeister Remco van der Velden als Paten des Projekts zu wählen. In seiner Rede beschrieb er seinen eigenen Migrationshintergrund und verdeutlichte, wie wichtig es sei, Diskriminierung aus der Stadt zu verbannen.
Als Schule mit Schülerinnen und Schülern aus insgesamt 24 verschiedenen Nationen sehen wir Vielfalt nicht als Herausforderung, sondern als Bereicherung. Gerade in der heutigen Zeit möchten wir als Schulgemeinschaft bewusst ein Zeichen für Courage, gegenseitigen Respekt und demokratische Werte setzen. Wir wollen gemeinsam mutig sein, um füreinander einzustehen.
(Text und Fotos: ASL)